Klimtaddict

Muss ich Kunst verstehen, um malen zu können? Ganz ehrlich  – Ich weiss es nicht. Muss ich malen können, um Kunst zu lieben? Nein, sicher nicht. Ich selbst bin wohl kein zukünftiger Picasso, Monet oder van Gogh. Auch bin ich kein angesehener Kunstkritiker. Einen Sinn für das Schöne gestehe ich mir dennoch zu.

Ich liebe es Ausstellungen zu besuchen und Kunstwerke ganz authentisch und zum Greifen nah auf mich wirken zu lassen. Ich analysiere Formen und Farben, Protagonisten und Hintergründe, Licht und Schatten. Ich erkenne Struktur, eine ganze Dimension, die mir beim bloßen Betrachten eines Kunstdruckes verwehrt bleibt. Was hat sich der Künstler bei diesem Bild gedacht? Was macht es mit mir emotional? Empathisch versuche ich mich einzufühlen und tauche ab in eine andere Welt.

Jede Epoche hat ihre ureigenen Themen, die sie zu bearbeiten versucht und trotzdem sind viele Kunstwerke zeitlos oder gar hochaktuell.

Gustav Klimt - Danae

„Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit“,

lautet eines der wenigen, bekannten Zitate meines persönlichen Favoriten Gustav Klimt. Was macht ihn für mich so aktuell und was vermittelt er mir, dass er mich auch privat begleitet und so manche Wand in meiner Wohnung ziert?

So kompliziert diese Frage auf den ersten Blick scheint, so simpel ist die Antwort:

Natur, verspielte Erotik und ein Hauch romantischer Mystik.

Jeder dieser jugendstiltypischen Aspekte ist für sich allein genommen schon aufregend und erwähnenswert. In Kombination finde ich sie allerdings einfach unwiderstehlich.

Verwerflich freizügig und provokant (zumindest für seine Zeit) kokettiert er mit dem Betrachter und bettet ihn in ein Meer aus Blüten und fließenden Pinselstrichen. Er lädt ein, zu einem romantischen Traum, der nach Entschleunigung schreit und uns die Hektik unseres Alltags vergessen lässt.

Ich will es nicht leugnen: Ich bin ein Klimtaddict.

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